Suzanne von Borsody ist eine der prägendsten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation – geboren am 23. September 1957 in München als Tochter der Schauspielerin Rosemarie Fendel und des Schauspielers Hans von Borsody. Bekannt wurde sie durch die Titelrolle im Mehrteiler „Beate S.“, durch ihre Darstellung der Frau Jäger im Kultfilm „Lola rennt“ und durch jahrzehntelange Präsenz in anspruchsvollen Charakterrollen. Wer nach der Frau hinter dem Namen sucht, landet unweigerlich in einer der bekanntesten Schauspielerfamilien des Landes.

Suzanne von Borsody: Herkunft aus einer Schauspieldynastie

Der Nachname allein erzählt bereits Filmgeschichte. Großvater Eduard von Borsody drehte als Regisseur zahlreiche Produktionen, die das deutsche Kino ihrer Zeit mitgestaltet haben. Sein Bruder Julius von Borsody, also der Großonkel der heutigen Schauspielerin, arbeitete als gefragter Filmarchitekt und Szenenbildner. Die Karriere lag also gewissermaßen schon in der Familie vor, bevor sie selbst je vor eine Kamera trat.

Eine Familie vor und hinter der Kamera

Auch die Elterngeneration bestätigt dieses Muster: Rosemarie Fendel zählte zu den etablierten Charakterdarstellerinnen ihrer Ära, Hans von Borsody war als Schauspieler ebenso gefragt. Die Halbschwester Cosima von Borsody steht bis heute selbst vor der Kamera – ein weiterer Beleg dafür, wie tief das Schauspielerhandwerk in dieser Familie verwurzelt ist.

Vom Kinderstatisten zur gefeierten Titelrolle

Erste Kameraerfahrung sammelte die gebürtige Münchnerin bereits als Kind, an der Seite ihrer Mutter, in der Krimireihe „Das Kriminalmuseum“ (1964) und im Fernsehfilm „Der Mann aus dem Bootshaus“ (1967). Den Sprung ins Erwachsenenfach schaffte sie 1978 mit einer größeren Rolle in Hartmut Griesmayrs Fernsehfilm „Adoptionen“. Im selben Jahr folgte der eigentliche Durchbruch: Mit der Titelrolle im Mehrteiler „Beate S.“ erspielte sie sich die Goldene Kamera – und damit einen festen Platz im deutschen Fernsehen.

Die Bühne als Fundament

Bevor Kameras ihren Alltag bestimmten, stand sie auf Brettern. Ein Engagement am Schauspielhaus Frankfurt kam so früh, dass eine klassische Schauspielausbildung nur kurz nötig war. Erst 1993 verlegte sie den Schwerpunkt endgültig ins Filmgeschäft, nachdem sie dem Theater über anderthalb Dekaden treu geblieben war. Diese Bühnenjahre gelten unter Kolleg:innen bis heute als Grundstein ihrer darstellerischen Präzision.

Der Wechsel zum Film und die große Bandbreite an Rollen

Was sie vom Gros ihrer Kolleginnen abhebt, ist die Vorliebe für zerrissene, unbequeme Figuren. In Margarethe von Trottas Fernsehdrama „Dunkle Tage“ (1998) spielt sie eine junge Witwe, die nach dem Tod ihres Mannes in der Alkoholsucht versinkt und sogar die eigene Tochter mit hinabzieht. „Der Spiegel“ bezeichnete sie seinerzeit als „künstlerisches Kraftpaket“ – eine Einschätzung, die sich durch ihre gesamte Laufbahn zieht.

Internationaler Durchbruch mit „Lola rennt“

Einem Publikum weit über die Landesgrenzen hinaus wurde sie 1998 durch Tom Tykwers Kultfilm „Lola rennt“ bekannt. Als Frau Jäger prägte sie eine Nebenfigur, die im Gedächtnis blieb, obwohl der Film international vor allem für Franka Potentes Hauptrolle gefeiert wurde. Bis heute taucht der Titel regelmäßig auf, wenn ihr Name im Ausland fällt.

Suzanne von Borsodys Filmografie in Zahlen

Von Fernsehfilmen bis zu Kinoproduktionen: Die folgende Auswahl zeigt die Bandbreite ihrer Arbeit über mehrere Jahrzehnte.

JahrTitelRolle
1978Beate S.Beate (Titelrolle)
1998Lola renntFrau Jäger
1998Dunkle Tagejunge Witwe
2002Der SchatzplanetCaptain Amelia (Synchronstimme)
2010–2013Hanni & Nanni (Reihe)Frau Mägerlein
2011Der Mann, der über Grenzen gingBirgitta Roslin
2017Leanders letzte ReiseUli
2018Die kleine HexeHexe Rumpumpel
2024Mein KindNebenrolle
2025Mord in Wien – Der letzte BissenNebenrolle

Stimme, Synchronarbeit und Vielseitigkeit

Neben Kamerarollen leiht sie auch internationalen Produktionen ihre Stimme. Für den Disney-Animationsfilm „Der Schatzplanet“ sprach sie Captain Amelia im deutschen Synchron – eine Arbeit, die zeigt, wie breit ihr Repertoire zwischen Theater, Fernsehspiel, Kino und Hörbuch aufgestellt ist. Auch als Hörspiel- und Hörbuchsprecherin ist sie über die Jahre immer wieder aktiv geblieben, was sie von reinen Kamera-Darstellerinnen unterscheidet.

Engagement jenseits der Kamera

Seit Jahren tritt sie als Botschafterin für UNICEF auf und unterstützt daneben weitere gemeinnützige Organisationen. Öffentliche Auftritte auf Galas wie „Ein Herz für Kinder“ gehören für sie zum festen Jahresprogramm, ebenso Präsenz bei Branchenereignissen wie dem Filmfest München oder Preisverleihungen wie dem Grimme-Preis. Dieses Engagement geht deutlich über reine Rollenarbeit hinaus und prägt ihr öffentliches Bild seit Jahrzehnten mit.

Privates Leben zwischen München und den Balearen

Seit April 2014 ist sie mit Jens Schniedenharn verheiratet. Ihren Lebensmittelpunkt teilt die heute 68-Jährige zwischen München und Palma auf Mallorca – ein Rückzugsort auf den Balearen, der ihr abseits von Drehplänen und Galas Ruhe verschafft. Trotz jahrzehntelanger Präsenz im deutschen Fernsehen hält sie ihr Privatleben bewusst schmal und konzentriert öffentliche Auftritte auf berufliche Anlässe.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie alt ist Suzanne von Borsody?

Suzanne von Borsody wurde am 23. September 1957 in München geboren und ist damit 68 Jahre alt.

Wer sind die Eltern von Suzanne von Borsody?

Ihre Eltern sind die Schauspielerin Rosemarie Fendel und der Schauspieler Hans von Borsody, beide feste Größen des deutschen Films ihrer Zeit.

Wofür ist Suzanne von Borsody bekannt?

Bekannt wurde sie durch die Titelrolle in „Beate S.“, die Nebenrolle der Frau Jäger in „Lola rennt“ sowie durch zahlreiche Charakterrollen im deutschen Fernsehen, etwa in „Dunkle Tage“.

Ist Suzanne von Borsody verheiratet?

Ja, sie ist seit April 2014 mit Jens Schniedenharn verheiratet und lebt zeitweise auf Mallorca.

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