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Peter Sattmann: Wer war der Schauspieler wirklich?
Peter Sattmann war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Bühnenautor und Komponist, geboren am 26. Dezember 1947 in Zwickau und gestorben am 25. Dezember 2025 in seinem Wohnort Stahnsdorf bei Berlin – einen Tag vor seinem 78. Geburtstag. Einem breiten Publikum wurde er durch Gastauftritte in „Tatort“, „Der Alte“ und „Polizeiruf 110″ bekannt, cineastisch geprägt hat ihn jedoch vor allem seine Zeit unter Claus Peymann an renommierten Sprechbühnen. Von 1973 bis 2020 stand er in über 180 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Herkunft und Ausbildung eines Bühnentalents
Der spätere Charakterdarsteller kam als Sohn der Sängerin Gerda Sattmann und des Heizers Ferdinand Sattmann zur Welt. 1957 verließ die Familie die DDR und siedelte nach Friedrichshafen am Bodensee über, wo er das Graf-Zeppelin-Gymnasium besuchte. Die Schulbank tauschte er in der elften Klasse gegen eine Gitarre und erste Bandauftritte – der Weg zur Schauspielerei führte über Umwege.
Seine eigentliche Ausbildung erhielt er an der Neuen Schauspielschule München. 1969 folgte das erste feste Engagement am Deutschen Theater Göttingen, wo eine enge Zusammenarbeit mit Regisseur Roberto Ciulli entstand. Von dort aus öffnete sich ihm die Tür zu den großen Bühnen der Republik.
Die Peymann-Jahre: Vom Ensemblemitglied zum gefeierten Hauptdarsteller
Zwischen 1972 und 1979 gehörte er zum Ensemble des Staatstheaters Stuttgart unter der Intendanz von Claus Peymann – eine Phase, die seine künstlerische Handschrift entscheidend formte. Er verkörperte den Romeo in „Romeo und Julia“, den Clov in Becketts „Endspiel“ und übernahm die Titelrolle in der Uraufführung von Thomas Bernhards Komödie „Immanuel Kant“. Zweifach, 1975 und 1977, wählte man ihn zum „Schauspieler des Jahres“.
1979 inszenierte er mit „Open End“ sein erstes eigenes Bühnenstück, eine Satire über eine fingierte Talkshow. Weitere Autorenarbeiten wie „Der Erzbischof ist da“ und „Der Fallschirmspringer“ folgten. Ab der Spielzeit 1979/80 setzte er die Zusammenarbeit mit Peymann am Schauspielhaus Bochum fort, bevor 1984 ein Gastspiel an der Freien Volksbühne Berlin folgte.
Karriere-Meilensteine im Überblick
| Zeitraum | Station | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1969 | Deutsches Theater Göttingen | Erstes festes Engagement |
| 1972–1979 | Staatstheater Stuttgart | Ensemble unter Claus Peymann, zweifacher „Schauspieler des Jahres“ |
| 1979–1984 | Schauspielhaus Bochum | Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Peymann |
| 1977 | Filmdebüt „Die Brüder“ | Einstieg ins Kino neben Klaus Löwitsch |
| 1989 | „Karambolage“ und „Das große Geheimnis“ | Durchbruch in größeren Kinoproduktionen |
| 2016–2019 | ZDF-Serie „Frühling“ | Rolle des Klinikleiters Professor Gabriel |
Der Sprung vor die Kamera: Fernsehen als zweite Heimat
Sein Leinwanddebüt gab er 1977 in Wolf Gremms Liebesdrama „Die Brüder“ neben Klaus Löwitsch. Danach reihten sich Rollen wie der junge Engländer Conway Carruthers im Zehnteiler „Das Rätsel der Sandbank“ oder der besorgte Vater in Doris Dörries Roadmovie „Im Innern des Wals“ aneinander. 1989 spielte er in der internationalen Produktion „Das große Geheimnis“ nach einem Roman von René Barjavel den Wissenschaftler Roland Fournier.
Die Krimilandschaft blieb ihm über Jahrzehnte treu: Gastrollen in „Auf Achse“, „Der Alte“, „Tatort“, „Polizeiruf 110″ und „Wilsberg“ reihten sich ein. Parallel wurde er zum vertrauten Gesicht der ZDF-Herzkinoformate – „Rosamunde Pilcher“, „Inga Lindström“ und „Bella“ gehörten ebenso zu seinem Repertoire wie mehrere Folgen von „Das Traumschiff“.
Komponist, Regisseur, Autor – die unterschätzten Facetten
Neben der Schauspielerei trat er auch als Filmkomponist in Erscheinung: Die Titelmusik zum Fernsehfilm „Kerbels Flucht“ (1984) brachte dem Streifen 1985 eine lobende Erwähnung beim Bundesfilmpreis ein. Auch für „Willkommen im Paradies“ und die ARD-Vorabendserie „Der Prinz muss her“ schrieb er die Musik. In den 1970er-Jahren war er zudem in mehreren Hörspielproduktionen des Süddeutschen Rundfunks zu hören, unter anderem in einer frühen Fassung von Thomas Bernhards „Immanuel Kant“.
Privates: eine ungewöhnliche Ehe auf Mauritius
Der Bühnenkünstler heiratete bereits 1967 in München; aus dieser später geschiedenen Verbindung ging eine 1970 geborene Tochter hervor. Zwischen 1990 und 1998 führte er eine Beziehung mit der Schauspielerin Katja Riemann, die er bei den Dreharbeiten zu „Von Gewalt keine Rede“ kennenlernte. Gemeinsam standen die beiden für insgesamt neun Filme vor der Kamera.
Das Paar ließ sich von einem indischen Priester auf Mauritius trauen – eine Ehe, die in Deutschland rechtlich nie anerkannt wurde. Die 1993 geborene gemeinsame Tochter Paula Riemann trat ebenfalls den Schauspielberuf an und arbeitet zusätzlich als Filmemacherin.
Das späte Kapitel: „Frühling“ und die Autobiografie
Von 2016 bis 2019 spielte er neben Simone Thomalla den Klinikleiter Professor Gabriel in der ZDF-Serie „Frühling“ – eine Rolle, die ihn noch einmal einem jüngeren Fernsehpublikum näherbrachte. 2019 veröffentlichte er unter dem Titel „Mein Leben ist kein Drehbuch – Zeitpfeiler“ seine Autobiografie im Droemer Verlag und sprach darin auch offen über persönliche Krisen. In einem Interview mit dem „Spiegel“ im selben Jahr äußerte er sich unverblümt zu Sucht und Einsamkeit im Alter.
Tod und Nachlass eines Charakterdarstellers
Nach langer Krankheit starb er am 25. Dezember 2025 in Stahnsdorf, seinem letzten Wohnort. Die Beisetzung fand auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf statt. Kolleginnen wie Katja Riemann würdigten öffentlich seine Furchtlosigkeit gegenüber dem eigenen Tod – ein Charakterzug, der zu einem Künstler passt, der zeitlebens zwischen Bühnenexperiment und massenkompatiblem Vorabendprogramm pendelte, ohne dabei seine Ecken und Kanten zu verlieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann und wo ist Peter Sattmann geboren?
Peter Sattmann wurde am 26. Dezember 1947 in Zwickau, Sachsen, geboren und wuchs später am Bodensee auf.
Wodurch wurde Peter Sattmann bekannt?
Bekannt wurde er durch seine Theaterarbeit unter Claus Peymann in Stuttgart und Bochum sowie durch Fernsehrollen in „Tatort“, „Der Alte“, „Rosamunde Pilcher“ und der ZDF-Serie „Frühling“.
War Peter Sattmann mit Katja Riemann verheiratet?
Die beiden lebten von 1990 bis 1998 zusammen und ließen sich auf Mauritius trauen, diese Ehe wurde in Deutschland jedoch nie amtlich anerkannt. Aus der Beziehung ging Tochter Paula Riemann hervor.
Wann und woran ist Peter Sattmann gestorben?
Er starb am 25. Dezember 2025 nach langer Krankheit in Stahnsdorf, einen Tag vor seinem 78. Geburtstag.
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