Ludwig Hofmaier ist der deutsche Antiquitätenhändler und frühere Kunstturner, der als „Handstand-Lucki“ durch ganz Europa lief – wortwörtlich auf seinen Händen. Bekannt wurde der heute 83-Jährige vor allem durch seine sieben Jahre als Trödelexperte in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“, doch seine eigentliche Geschichte beginnt Jahrzehnte früher, auf einem Turnplatz in der niederbayerischen Provinz. Wer seinen Namen googelt, sucht meist genau das: eine Antwort darauf, wie aus einem 1,55 Meter großen Schneiderssohn eine der schrägsten Sportlegenden der Bundesrepublik wurde.

Kindheit in Saal an der Donau und der Weg zum Sport

Geboren wurde er am 8. Dezember 1941 in Saal an der Donau, als Sohn eines Schneiders und eines von zehn Geschwistern. Die Familie lebte einfach, an Luxus war in der Nachkriegszeit ohnehin nicht zu denken. Nach dem Hauptschulabschluss leistete er seinen Wehrdienst und brachte es dabei bis zum Unteroffizier.

Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches körperliches Talent. Mit gerade einmal 1,55 Metern Körpergröße war er für klassische Sportarten wie Fußball oder Basketball denkbar ungeeignet – im Kunstturnen dagegen wurde diese Statur zum Vorteil.

Der Turner, der Bayern verblüffte

1961 holte er den Titel des bayerischen Meisters im Kunstturnen. Insgesamt sechsmal sicherte er sich zusätzlich die Oberpfälzer Meisterschaft, laut mehreren Medienberichten wurde er in jenem Jahr sogar Deutscher Meister im Geräteturnen. Als besonders bemerkenswert gilt: Er soll der erste Deutsche gewesen sein, der den sogenannten „Yamashita-Sprung“ beherrschte, benannt nach dem japanischen Turner Haruhiro Yamashita.

Diese frühen Erfolge im Verbandssport blieben jedoch nur die Basis für etwas weit Ungewöhnlicheres. Der eigentliche Ruhm sollte ihm nicht am Reck oder Boden gelingen, sondern auf offener Straße.

Ludwig Hofmaier und der Marsch auf den Händen

Am 26. Oktober 1964 erreichte er, auf den Händen laufend, den Marienplatz in München – nach 132 Kilometern Strecke von Regensburg aus. Die bayerische Öffentlichkeit war elektrisiert: Ein Mann, der eine solche Distanz kopfüber zurücklegt, hatte es zuvor nicht gegeben.

Drei Jahre später legte er nach. 1967 lief er auf den Händen von Regensburg bis nach Rom und wurde damit als „Weltmeister im Handlaufen“ gefeiert. Die Aktion machte ihn über Bayern hinaus bekannt und brachte ihm seinen bis heute gültigen Spitznamen ein.

Kurzer Ausflug vor die Kamera

Parallel zu seinen sportlichen Extremtouren öffnete sich ihm die Tür zum Showgeschäft. Er trat 1963 in der Produktion „Und Ihr Steckenpferd?“ auf, war 1965 im „Beat-Club“ zu sehen und spielte 1966 die Hauptrolle im Kurzfilm „Play Harlekin“. Sein ungewöhnliches Talent machte ihn zu einer gefragten Kuriosität im deutschen Fernsehen jener Jahre.

Vom Turnplatz zum Trödelmarkt

Nach dem Ende seiner sportlichen Karriere schlug er einen völlig anderen Berufsweg ein. Er arbeitete zunächst in der Gastronomie, bevor er sich endgültig dem Antiquitätenhandel zuwandte. In Offenburg baute er sich schließlich eine Existenz als Händler auf – ein Beruf, der ihn Jahrzehnte später erneut vor die Kameras bringen sollte.

Ludwig Hofmaier bei „Bares für Rares“

Von 2013 bis 2020 gehörte er fest zum Händlerteam der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ und avancierte dort zu einem echten Publikumsliebling. Seine Vorliebe für schnelle Sportwagen sorgte regelmäßig für Gesprächsstoff unter Sammlern und Zuschauern gleichermaßen.

Am 26. Juni 2020 verkündete er seinen Ausstieg – offiziell aus Altersgründen. Tatsächlich hatten gesundheitliche Rückschläge sein Leben verändert: zwei Schlaganfälle und ein Herzinfarkt zwangen ihn dazu, sich aus dem Rampenlicht zurückzuziehen.

JahrEreignis
1941Geboren in Saal an der Donau
1961Bayerischer Meister im Kunstturnen
1964Handstand-Marsch Regensburg–München (132 km)
1967Handstand-Marsch Regensburg–Rom, Titel „Weltmeister im Handlaufen“
1963–1966TV- und Filmauftritte, u. a. „Play Harlekin“
2013–2020Fester Händler bei „Bares für Rares“
2020Ausstieg aus der Show aus gesundheitlichen Gründen

Das Leben des „Handstand-Lucki“ heute

Öffentliche Auftritte meidet er inzwischen vollständig. Gemeinsam mit seiner Frau lebt der frühere Trödelhändler zurückgezogen in Offenburg, fernab der Fernsehkameras, die ihn über Jahre begleitet hatten. Fans halten ihm über eine Facebook-Fanpage mit mehreren zehntausend Followern weiterhin die Treue, während er selbst kaum noch etwas von sich preisgibt.

Sein Weg vom Turnplatz über die Landstraßen Europas bis ins Studio der ZDF-Trödelshow bleibt dabei eine der ungewöhnlichsten Karrieren des deutschen Showgeschäfts – geprägt von körperlicher Ausnahmeleistung, einem Sinn für das Kuriose und später von echter Sachkenntnis am Auktionstisch.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wer ist Ludwig Hofmaier?

Ludwig Hofmaier, geboren am 8. Dezember 1941 in Saal an der Donau, ist ein deutscher Antiquitätenhändler und früherer Kunstturner. Bekannt wurde er zunächst durch spektakuläre Handstand-Märsche in den 1960er-Jahren und später als langjähriger Händler bei „Bares für Rares“.

Warum wird Ludwig Hofmaier „Handstand-Lucki“ genannt?

Den Spitznamen erhielt er, weil er 1964 auf den Händen von Regensburg nach München und 1967 sogar bis nach Rom lief. Für die Marschstrecke nach Rom wurde er als „Weltmeister im Handlaufen“ ausgezeichnet.

Wie alt ist Ludwig Hofmaier heute?

Ludwig Hofmaier wurde 1941 geboren und ist damit aktuell in seinen frühen 80ern. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau zurückgezogen in Offenburg.

Warum hat Ludwig Hofmaier „Bares für Rares“ verlassen?

Er verließ die Sendung offiziell im Juni 2020 aus Altersgründen. Ausschlaggebend waren jedoch gesundheitliche Probleme, darunter zwei Schlaganfälle und ein Herzinfarkt.

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